Briefe sind mehr als bloße Mitteilungen: Sie sind Überlebenszeichen, Versuche, Distanz zu überbrücken, Räume der Selbstbehauptung – und Räume, die eine Beziehung fortsetzen. Im Jahr 1933, in der Anfangsphase der NS-Diktatur, eröffnete sich für Karl und seine Ehefrau Emilie Gerber ein solcher Briefwechsel als existenzieller und hoffnungstragender Bewältigungsraum. Karl Gerber, ein 26-jähriger Kommunist aus Nürtingen, wurde mit einer der ersten Verhaftungswellen in Württemberg gefangen genommen und wenig später auf ein Lagergelände auf dem Großen Heuberg gebracht. Dort, auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz, hatte der Stuttgarter Polizeipräsident 1933 eines der ersten frühen Konzentrationslager eingerichtet, in denen politische Gegner inhaftiert wurden. Während Karl Gerber in der Haft versucht, sich seine Hoffnung auf eine baldige Entlassung zu bewahren, muss Emilie zuhause den Alltag allein tragen und sich ebenfalls an die neue Situation anpassen.
Schwerpunkt: Widerstand
Emilie an Karl: „Ich muss eben doch alles alleine machen. Sei aber trotzdem unbesorgt. Ich werde trotz alldem versuchen, was ich kann.“
Der fast vollständig erhaltene Briefwechsel lässt einen außergewöhnlich dichten Einblick in das Leben Oppositioneller im Jahr 1933 zu. Er zeigt nicht nur die unterschiedlichen Erfahrungen in der Gefangenschaft im Lager und zuhause, sondern auch, wie politisches Bewusstsein, persönliche Bindung und praktische Handlungsfähigkeit miteinander verflochten sind und sich in Zeiten großer Not entwickelten. Hier wird der inzwischen geflügelte Ausdruck „das Private ist politisch“ greifbar und das Ringen um den Umgang mit der neuen Ordnung nachvollziehbar. Gerade in diesem Spannungsfeld stellt sich die Frage: Können wir den Umgang der beiden mit der Situation – ihre Beharrlichkeit, ihre Versuche, Verbindung zu halten, und ihre kleinen Akte der Selbstbehauptung – als widerständiges Verhalten verstehen?
Am 28. Februar 1933 trat die „Reichstagsbrandverordnung“ in Kraft, die sogenannte staatsgefährdende Gewaltakte aus kommunistischer Richtung abwehren sollte und eine erhebliche Einschränkung der Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit mit sich brachte. Mit dieser Verordnung wurde eine Grundlage geschaffen, die die Errichtung von Konzentrationslagern legitimieren sollte.¹ In unmittelbarer Folge entstanden viele spontane, wilde und frühe Konzentrationslager in Deutschland, die zum Ziel hatten, politisch Andersdenkende einzuschüchtern, um den Widerstand in der Bevölkerung zu brechen. Karl Gerber, der junge Nürtinger Kommunist, beteiligte sich an einer Flugblattaktion, die sich gegen die Behauptung wehrte, dass Kommunist:innen den Reichstag angezündet hätten. Die Folge war, dass er Teil der ersten reichsweiten Verhaftungswelle wurde und in der Nacht vom 10. auf den 11. März 1933 mit etwa 500 Nürtinger Kommunist:innen in Schutzhaft genommen wurde.² Seine erste Station war das Polizeigefängnis Rottenburg, etwa zwei Wochen später wurde er auf den Großen Heuberg bei Stetten am kalten Markt gebracht.
Das Gelände auf dem Heuberg wurde bereits in der Kaiserzeit militärisch verwendet. Während der Weimarer Republik diente das Gelände zwischenzeitlich als „Kinderheilfürsorge Heuberg e. V.“, ein Indiz dafür, wie idyllisch die Umgebung des beliebten Wanderortes war. Vom 20. März 1933 an wurde das Lager zum Konzentrationslager umfunktioniert; es wurde im Dezember 1933 wieder geschlossen. Offiziell dienten die Konzentrationslager und die Schutzhaft dazu, den Schein einer fairen und bekannten Behandlung zu wahren; aus diesem Grund wurden sie nach militärischem Vorbild organisiert. Traditionelle Disziplinarstrafen der Strafvollzugsbehörden fanden ihren direkten Weg in die Verwaltung der neuen Lager, womit auch eine Legitimation für Gewalt gegen die sogenannten Schutzhäftlinge geschaffen wurde.³
In dieser Zeit durften Gefangene in unregelmäßigen Abständen Briefe verfassen. Diese frühen Zeugnisse der NS-Machtübernahme und der damit einhergehenden Gewalt gegen politische Gegner:innen sind noch nicht so stark von Zensur und daraus entstehenden Floskeln geprägt. Der Briefwechsel von Karl und Emilie enthält 55 Briefe. Der erste Brief ist auf den 12. März 1933 datiert, der letzte Brief auf den 25. August 1933. Die meisten Briefe stammen von Emilie, die gegen ihre Einsamkeit und die Ungewissheit anschrieb. Sie konnte, im Gegensatz zu Karl, so viele Briefe schicken, wie sie wollte und konnte. Der Briefwechsel kann hier nicht in seinem kompletten Umfang besprochen werden, daher werden die markantesten Stellen hervorgehoben und zentrale (Um-)Brüche markiert.
Das Paar versuchte, mit Humor, aufbauenden Worten und gegenseitigen Ratschlägen die unbestimmte Haftzeit zu überbrücken. Der erste Brief Karls ist auf den 12. März datiert und auf Papier des Polizeigefängnisses Rottenburg geschrieben: „Liebe Miel! Das hätte ich mir doch nicht träumen lassen, dass ich einmal von Rottenburg Liebesbriefe schreiben würde.“⁴ Er versuchte, sie zu beruhigen, und zog dafür seine Einschätzung zu den Ereignissen der letzten Tage heran: „Glaube ja nicht, dass die Kerkerhaft mich seelisch treffen kann – ich glaube das Gegenteil. Wir sind also nur Schutzhäftlinge! […] Ich nehme an, dass, wenn die Reichstagseinberufung und die glückliche Ausschaltung von 5 Millionen Wählern gelungen ist, die 52% Mehrheitsregierung sich wieder der pol. Schutzhäftlinge erinnern wird. Das wären knapp 14 Tage. Dann wäre es mit der Freiheitsberaubung zu Ende. Die Rolle der Arbeiterklasse ist eben eine andere, als die Gegner das in diesem Falle annahmen. Mit dem Erschießen wird es nichts werden: Das sind Sprüche, nichts als Sprüche!“ Emilie kann auf diesen Brief direkt antworten: „Du darfst nicht verzagen, hörst du? Ich bin schon stark u. kann viel bewältigen. […] Sorge dich nicht weiter um mich.“ Auch wenn Karl sich nicht sorgen soll, so verbringt Emilie, wie sie beiläufig in einem späteren Brief erwähnt, die ersten Wochen nach seiner Inhaftierung nicht in ihrer gemeinsamen Wohnung.
Nach der Machtübergabe wurden die gesellschaftlichen Verhältnisse neu geordnet, es wurden neue Regeln gesellschaftlicher Zugehörigkeit etabliert, damit verbunden mussten neue Formen der Lebensführung erprobt werden, und das politische Verhalten war etwas, was einen Prozess des Suchens auslöste.⁵ Kommunist:innen mussten sich von nun an aktiv vor Verfolgung schützen. Für Emilie, die nicht gefangen genommen wurde, war dies eine besonders schwierige Zeit. Sie musste Beziehungen und Netzwerke behutsam auf Sicherheit abklopfen, denn auch für sie blieb stets die Sorge, dass sie interniert werden könnte. Emilie wird sich im Verlauf des Briefwechsels immer weiter von ihrem Umfeld isolieren und traut nur noch einzelnen Menschen. Selbst von ihrer „liebsten Freundin“ wendet sich Emilie ab: „[2.5.] Am Sonntag war ich bei L.⁶, da sind wir zusammen spazieren gegangen. Da merke ich erst, wie sich unsere Wege so grundlegend ändern, dabei war sie meine liebste Freundin. So wirklichkeitsfremd u. abstrakt alle die sogenannten ‚Ideale‘ in diesem Hirn Fuß fassen können!“ Selbst Menschen, die vermeintlich Hilfe anbieten, antwortet Emilie immer harscher: „[28.5.] Ich habe ihr frei weg erklärt, daß es zwecklos sei, ich will in meinem Hause niemand. Ich habe wirklich genug. Spitzeldienste benötige ich von niemand.“ Damit wird nur noch deutlicher, in was für einer Situation sich Emilie befindet.
Ein weiterer Aspekt sind die Finanzen des Paares. Karl war vor seiner Verhaftung in Vereinen wie der Universum-Bücherei tätig und arbeitete im Konsum als Lagerist. Von seiner Haft aus versuchte er, die letzten Möglichkeiten auszuloten, damit Emilie nicht zu stark von seinem finanziellen Ausfall betroffen ist: „[26.3.] Gib meinen Schreibtisch zurück […] dann werden unsere paar Mark im Konsum vollends weg sein?!“ Emilie reagiert nüchtern: „[30.3.] Um deine Arbeitsstelle sorge dich nicht. Kein Mensch sorgt heute noch für die Zukunft.“ Und weiter: „[2.4.] Wir sind u. bleiben arme Schlucker.“ Emilie hat das Glück einer festen Anstellung und kann so zumindest ein finanzielles Grundgerüst aufrechterhalten. Karl hingegen wird schon nach wenigen Wochen Haft bewusst, dass er nicht mehr arbeiten können wird: „[4.4.] Daß ich arbeitslos werden könnte, stört mich nicht. Ich habe erfahren lernen, was es heißt Entbehrungen zu ertragen.“ Er resümiert weiter: „An ein sofortiges Arbeiten im Betrieb denke ich nicht, wenn es überhaupt wieder in Frage kommt? Sicher werden 80–90% der Gefangenen, die noch Arbeit hatten – arbeitslos.“
Dies hängt vermutlich auch mit dem immer schlechter werdenden Gesundheitszustand zusammen. Schon bei der Verhaftung hatte Karl Zahnschmerzen. Auf dem Heuberg wurden die Gefangenen nicht medizinisch versorgt, was Emilie dazu veranlasste, im Angesicht der steten Gefahr einer Inhaftierung vorsorglich ihre Zähne untersuchen zu lassen: „[6.4.] Habe gleich meine Zähne nachsehen lassen. Da muß es doch bei euch aber eine Möglichkeit zur Behandlung geben. Du bist doch nicht der Einzige, der von der Behandlung weg müßte. Hast du Schmerzen? […] Im Falle eines Krankwerdens bekommst du kein Krankengeld, so lange du fort bist. Zweitens bist du durch mich versichert, weil ich jetzt Haushaltungsvorstand bin.“ Damit ist auch das neue Rollenbild angeschnitten, in das sich Emilie einrichten musste. Sie kümmerte sich um die losen Enden, die Karl zurücklassen musste, ging ihrer Erwerbstätigkeit nach, arbeitete sich in die Hauswirtschaft ein, pflegte den gemeinsamen Versorgergarten und war letztlich auch damit beschäftigt, Informationen über die Haftbedingungen zu sammeln.
Zu diesem Zeitpunkt kann Karl ihr noch viele Informationen zukommen lassen, die Zensur lässt erstaunlich viele Details stehen: „[3.5.] denn die Heubergluft ist Ursache eines dauernden Hungergefühls.“ Und knapp eine Woche später: „[9.5.] Gesundheitlich bin ich nicht auf der Höhe. Erkältungen im Halse – schlechter Magen – 4 oder 5 Zähne, die innen schlechter werden – und die Nerven sind nicht gerade im besten Zustande. Es ist aber nicht so, dass du besorgt sein könntest – im Gegenteil!“ Emilie erfährt nun auch von Personen, die vom Heuberg zurückkommen, wie die Lage vor Ort ist: „[19.6.] Ich kann täglich zur Arbeit u. bin immer gesund. – – Wenn es nur bei dir auch so wäre! Man erfährt so selten etwas Persönliches. […] Leider erfuhr ich, dass du krank bist. Ist das ernstlich? Wenn ich’s nur wüsste.“ Wie ernst die Lage ist, erfährt sie schließlich in einem Brief vom 6. Juli, hier schreibt Karl, dass er 15 Kilogramm seit März verloren hat: „Damals in Rottenburg habe ich 179 gewogen. Jetzt habe ich dreiunddreißig Pfund abgenommen. Dann weißt du alles. […] Zum Arbeitsdienst kann ich nicht mehr.“
Emilie schickt Karl regelmäßig Pakete, deren Inhalt meist nicht vollständig bei ihm ankommt. Durch ihre Kontakte kann sie immer mehr vorsichtige Fragen stellen, die signalisieren, dass sie um die schlechte Versorgung Bescheid weiß. Am 30. März fragt sie schon: „Soll ich dir dein eigenes Essbesteck schicken?“ Explizit wird es, wenn es um Karls Bruder Heinrich geht, der sehr viel kürzer inhaftiert war: „[15.5.] Ich habe auch schon manches durchgemacht, die lange Zeit. […] Heinrich ist, so viel ich bemerke, sehr bald wieder auf dem Damm. Er kann schon tüchtig futtern.“ Woraufhin Karl antwortet: „[16.5.] Wenn Heinrich Zuhause ist, dann wißt ihr ja um die Dinge Bescheid“.
Über die Dinge Bescheid zu wissen, bedeutet, sich zu ihnen auch zu verhalten. Diese Überlegungen zeigen sich auch in den Briefen. Zunächst stellt sich an vielen Stellen die Frage, welche Handlungsmöglichkeiten man hat und was man eigentlich wissen kann. Darüber hinaus verweist Emilie auf ihre gemeinsame Weltanschauung. Emilie schreibt am 30.3.: „Ich weiß, daß du vernünftig + klug genug bist, die ganze Geschichte dialektisch zu beurteilen. Dann kann es ja nur zur Freiheit führen; das wollen ja letzten Endes alle Menschen.“ Je mehr Zeit voranschreitet, desto nervöser wird jede Entwicklung beobachtet. Man hofft auf Amnestiewellen rund um Hitlers Geburtstag und auf baldige Rückkehr und wird immer wieder enttäuscht: „[7.5.] Niemand ist gekommen! Alles, alles ist nicht wahr. […] Es gehört eine gute Dosis Dialektik dazu, sich aus dem Berg von Neuigkeiten die wenigen Körnchen Wahrheit zu entnehmen.“
Auch wenn die Briefe vieles hergeben und verraten, frei geschrieben sind sie nicht. Bereits in dieser Phase findet eine Zensur der Briefe durch die Lagerleitung statt und auch eine Selbstzensur der Schreibenden. Die Gefahr, sich offen zu äußern, ist viel zu groß. Am 8. April schreibt Emilie: „Dein Brief war zensiert. Ausradiert. Bitte sei klug!“ Ein Indiz für die Selbstzensur von Emilie ist die Angst, mit der sie jeden Tag leben muss: „[14.5.] Sieh, die entsetzliche Furcht, Euch zu schaden, kann sich so ins Abstrakte steigern, daß ich jeden Gradmesser einer erlaubten Schreibweise verliere.“
Der vorliegende Briefwechsel ist nicht nur einer, der von einem Liebespaar geführt wird, das sich gegenseitig im Durchhalten stützt. Auch wenn der Ehemann versucht, seine Rolle über die Distanz weiter einzunehmen, ist es doch die Frau, die als Zurückgebliebene handlungsfähig bleibt. Es ist auch ein Briefwechsel zweier politischer Menschen, die in der neuen Regierung austarieren müssen, wie es für sie weitergeht und dabei auf Handlungsoptionen und Haltungsfragen eingehen. Die Rollen überlagern sich immer wieder, wodurch die Briefe mehrere Bedeutungsebenen aufweisen. Der Briefwechsel ist eine Momentaufnahme und damit ein authentisches Zeugnis aus dem Jahr 1933, denn zu dem Zeitpunkt ist die Zukunft für beide Schreibenden noch ungewiss, und es eröffnet sich für die Lesenden „die Kategorie des Erlebens“.⁷ Inwiefern Aussagen, die die politische Ausrichtung der beiden betreffen, wirklich wahr sind, kann schwer interpretiert werden, da es sich bei Briefen aus Konzentrationslagern immer um Sphären handelt, die zwischen Intimität, Häuslichem und – durch das Mitlesen der Lagerleitung – auch Öffentlichem changieren. Die (Selbst-)Zensur setzt nicht nur dem Paar Grenzen und fordert ein vorsichtiges Taktieren, auch aus der Perspektive der Forschenden können Rückschlüsse nur vorsichtig gezogen werden. Aus Emilies Zeilen lässt sich jedoch ableiten, welche zentrale Rolle ihre Sorgearbeit für sie, für Karl und für ihre Ehe eingenommen hat: „[9.4.] Ich muss eben doch alles alleine machen. Sei aber trotzdem unbesorgt. Ich werde trotz alldem versuchen, was ich kann.“ Ohne Emilies Überblick über die finanziellen Gegebenheiten, ihre Arbeitsstelle und ihren vorsichtigen Umgang mit den Menschen in ihrer Umgebung wäre es für Karl nicht möglich gewesen, zurückzukehren. Emilies umsichtiges Handeln sorgte dafür, dass ein sicheres Zuhause entstehen konnte, in dem sich ihr kommunistischer Mann von den Strapazen der Haft erholen konnte.
Der Begriff des Widerstandes ist, vor allem wenn es um die NS-Diktatur geht, sehr komplex, umfasst er doch mehrere Ebenen, die zu analysieren sind.⁸ Der Beitrag zeigt an einem Beispiel, wie Widerständige es geschafft haben, ihre Menschlichkeit zu wahren, Solidarität zu leben und Hoffnung zu transportieren. Die Briefe zeigen, wie sich die Beziehungskonstellation in der neu errichteten Diktatur entwickelte. Emilies widerständiges Handeln offenbart sich nicht nur in konkreten politischen Handlungen und Haltungen, sondern auch in ihrer permanenten Aushandlung von Sorgearbeit und dem taktischen Umgang mit den neuen gesellschaftlichen Anforderungen. Emilie handelt dabei im Rahmen ihrer eng gesetzten Möglichkeiten, sie entwirft für Karl einen Gegenraum zu dem sich rapide wandelnden Umfeld, in den er zurückkehren kann.
Sandra Binnert promoviert an der Arbeitsstelle Holocaustliteratur der Justus-Liebig-Universität Gießen über das Leben und den Nachlass von Karl Gerber. Aktuell befindet sich in Zusammenarbeit mit Sina Reisch eine Edition der gesamten Briefkorrespondenz zwischen Emilie und Karl Gerber in Vorbereitung.
1 Vgl. Osterloh, Jörg/Wünschmann, Kim (2017): Gefangene im Terror des Nationalsozialismus. Einführung in die Geschichte der Häftlinge der frühen Konzentrationslager 1933 bis 1936/37, in: Osterloh, Jörg/Wünschmann, Kim (Hrsg.): „...der schrankenlosesten Willkür ausgeliefert“. Häftlinge der frühen Konzentrationslager 1933–1936/37, Frankfurt am Main, S. 9–50, hier S. 13.
2 Vgl. Garski-Hoffmann, Petra (2011): Politische Verfolgung, Widerstand, Verweigerung, in: Tietzen, Reinhard (Hrsg.): Nürtingen 1918–1950. Weimarer Republik – Nationalsozialismus – Nachkriegszeit, Tübingen, S. 171–198, hier S. 173.
3 Vgl. Wachsmann, Nikolaus (2016): KL. Die Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, Bonn, S. 78.
4 Die Heuberg-Briefe von Karl und Emilie sind ein Teil von Karl Gerbers Nachlass, der im Archiv der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück aufbewahrt wird. Die Seiten sind nicht paginiert, alle Zitate aus den Briefen lassen sich unter der Signatur NL195_2-37 3 finden. Die Rechtschreibung wurde für die Zitate nicht angepasst.
5 Besonders spannend ist hier die Studie von Janosch Steuwer: Steuwer, Janosch (2019): „Ein Drittes Reich, wie ich es auffasse“. Politik, Gesellschaft und privates Leben in Tagebüchern 1933–1939, Göttingen.
6 Name gekürzt, um die Anonymität zu wahren.
7 Sadzikowska, Lucyna (2024): Briefe aus Lagern und Gefängnissen 1939–1945. Ausgewählte Probleme, Berlin, S. 32.
8 Besonders erhellend ist der Blick, den Lucyna Darowska in ihrer Dissertation auf widerständige Praktiken wirft: Darowska, Lucyna (2012): Widerstand und Biographie. Die widerständige Praxis der Prager Journalistin Milena Jesenská gegen den Nationalsozialismus, Bielefeld.