Buchenwald Memorial Mittelbau-Dora Memorial Museum Zwangsarbeit im NS

Entschiedene Zurückweisung der Kampagne Kufiyas in Buchenwald

Verbände der Überlebenden und Angehörigen

Die aktuelle Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“, die für den 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald im April Protestaktionen ankündigt, stößt bei Überlebenden- und Angehörigenverbänden, der VVN-BdA sowie einem breiten Bündnis jüdischer und nicht-jüdischer Organisationen auf entschiedene Ablehnung. In aktuellen Stellungnahmen warnen sie vor einer Instrumentalisierung des Gedenkortes und weisen die Vorwürfe gegen die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora geschlossen als haltlos zurück.

02.04.2026

Jüdische Organisationen: Warnung vor antisemitischer Instrumentalisierung Ein Bündnis aus 17 jüdischen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter das Netzwerk Jüdischer Hochschullehrender (NJH) und die Jüdische Landesgemeinde Thüringen, verurteilt die Kampagne aufs Schärfste. In ihrer gemeinsamen Erklärung stellen sie klar, dass die Kampagne auf der bewussten Falschbehauptung eines pauschalen Symbolverbots basiere. Tatsächlich werde das Tragen der Kufiya in der Gedenkstätte nicht pauschal verboten, sondern situationsabhängig dann eingeschränkt, wenn es demonstrativ zur politischen Instrumentalisierung des Gedenkens genutzt werden soll.

Abschließend stellen die Organisationen klar: „Die Shoah war präzedenzlos. Von den rund 56.000 Menschen, die im KZ Buchenwald ums Leben kamen, waren nahezu 11.800 Jüdinnen und Juden. Diese Singularität zu relativieren und den Ort der Verbrechen zur Bühne antisemitischer Selbstdarstellung zu machen, ist ein Angriff auf die Grundfesten unserer Erinnerungskultur. Wir werden nicht zulassen, dass die Toten von Buchenwald ein zweites Mal zu Opfern werden.“

VVN-BdA: Keine Verbindung zwischen NS-Verbrechen und Nahostkonflikt Auch der Bundessprecher:innenkreis (BSK) der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) distanziert sich unmissverständlich von der Kampagne und stellt klar, nicht Teil dieses Organisationszusammenhangs zu sein. Dass eine Berliner Kreisvereinigung die Erklärung unterzeichnet habe, spreche weder für den Landes- noch für den Bundesverband. Die inhaltliche Ausrichtung der Kampagne wird scharf kritisiert: Die Vorwürfe gegen die Gedenkstätte basierten erwiesenermaßen auf falschen Tatsachenbehauptungen und Verkürzungen.

Der Bundesverband betont unmissverständlich: „Zudem ist der BSK der Auffassung, dass Gedenkstätten an Orten der Nazi-Verbrechen, an denen auch Tausende europäische Jüdinnen und Juden ermordet worden sind, in keinem sachlichen Zusammenhang mit der aktuellen Situation in Gaza stehen.“

Angehörigenverbände: Fehlen einer klaren antifaschistischen Haltung Die Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora e.V. und die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora / Freundeskreis e.V., in der überwiegend Nachkommen politischer Häftlinge organisiert sind, lehnen die Kampagne ebenfalls konsequent ab. Sie betonen einerseits: „Kritik am Staat Israel und seiner Politik ist zulässig und legitim.“ Andererseits ziehen sie eine klare Grenze: „Die Grenze zum Antisemitismus ist überschritten, wenn das Existenzrecht des Staats Israel in Frage gestellt wird.“ Und: „Die Initiatoren der „Kampagne“ distanzieren sich nicht vom Überfall der HAMAS vom 7. Oktober 2023, der ein Massaker an der israelischen Zivilbevölkerung war und somit einen Bruch des Völkerrechts darstellt. Solidarität mit dem palästinensischen Volk und seinem Befreiungskampf auf antifaschistischer Grundlage setzt hierzu aber eine klare Haltung voraus.“ In ihrer Stellungnahme mahnen die Verbände unter Verweis auf den Schwur von Buchenwald an, „sich gegen jede Art von Faschismus und Menschenverachtung zu stellen wie etwa Symbole der HAMAS.“

 

 

 

 



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